Universitätsgesellschaftlicher Dienstag

Zeit zum Gedankenaustausch

Der Universitätsgesellschaftliche Dienstag bringt das universitäre Leben in Lüneburg den an Wissenschaft interessierten Bürgerinnen und Bürgern näher. Etwa eineinhalb Stunden lang bieten wir mit diesem Format Woche für Woche die Möglichkeit zum Gedankenaustausch. Nach einem geselligen Auftakt bieten kurze Vorträge die Grundlage für eine lebhafte, offene Diskussion. Pro Abend steht ein Thema unserer Universität im Mittelpunkt. Mit dem Universitätsgesellschaftlichen Dienstag sind wir regelmäßig im Museum Lüneburg zu Gast.

Ablauf: Get together, Vortrag, Diskussion

Zeit: 18:30 – 20:00 Uhr

Ort: Museum Lüneburg

Eine Anmeldung zum Universitätsgesellschaftlichen Dienstag ist nicht notwendig. Die Teilnahme ist kostenlos.


Wintersemester 18/19 – aktuelle Veranstaltungen

6.11.2018 ANKE ZERM
Vom Elfenbeinturm auf den Marktplatz und zurück? Forschung verändert sich.

Wissenschaft und Forschung sind heute mehr denn je wichtige Themen durchaus kontroverser gesellschaftlicher Diskussionen. Zentrale Probleme des sozialen Lebens sind Gegenstand der Forschung und Bürgerinnen und Bürger werden zunehmend in die wissenschaftliche Arbeit miteinbezogen. Wie verändert dies die Forschung in ihren Fragestellungen, Prozessen und Strukturen? Wie gelingt die Balance zwischen gesellschaftlichem und engem akademischen Anspruch?
Am Beispiel von Projekten wird gezeigt, wie sich nicht nur Wissenschaft und Forschung, sondern auch die Hochschulen selbst verändern. Anke Zerm ist Leiterin des Leuphana Forschungsservice.

13.11.2018: BRIGITTE URBAN
Klimawandel, Mensch und Umwelt. Was lernen wir aus der Vergangenheit für die Zukunft?

Der derzeitige Klimawandel stellt uns vor großen Herausforderungen. Was können wir aus der paläoökologischen und -klimatischen Forschung vergangener Klimaveränderungen unserer Regionen und den Anpassungsreaktionen der Lebewelt einschließlich des prähistorischen Menschen für Zukunftsprognosen und Umweltplanung ablesen? Anhand der ostniedersächsischen Seeuferrand-Fundstelle der weltweit einzigartigen, ca. 300.000 Jahre alten, gut erhaltenen hölzernen Jagdwaffen in Schöningen wird ein nahezu vollständiger Klimazyklus mit einem unvergleichlich reichen Archiv an pflanzlichen und tierischen Überresten vorgestellt. Brigitte Urban ist Professorin für Ökologie an der Leuphana.

20.11.2018: PETER PAULUS
Gesundheit – Kraftquelle des Lebens im Spannungsfeld von Risiko und Ressource.

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“ schrieb der Philosoph Arthur Schopenhauer und wies  damit auf die vermittelnde Bedeutung der Gesundheit hin. Im Versuch der Balance zwischen gesundheitlichen Risiko- und Schutzfaktoren gestalten wir ein mehr oder weniger gelingendes gesundes Leben. Gesundheit als Heilsversprechen, als neuer Puritanismus und als Machbarkeitswahn bildet den Kontrapunkt für die Gesundheit als Garant einer positiv bestimmten Lebensqualität, in der Selbstverwirklichung und produktive Anpassung im Einklang sind. Peter Paulus ist Professor em. für Psychologie.

27.11.2018: PATRICK VELTE
Aktuelle regulatorische Entwicklungen zur Managementvergütung: Werden Unternehmen dadurch nachhaltiger wirtschaften?

Auch 10 Jahre nach der Finanzkrise wird in der Öffentlichkeit die Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei börsennotierten Unternehmen weiterhin heftig kritisiert. Die aktuelle Strategie der EU-Kommission liegt darin, börsennotierte Unternehmen in den EU-Mitgliedsstaaten künftig zur Erstellung eines Vergütungsberichts und zur Abstimmung der Managementbezüge und der Vergütungspolitik durch die Hauptversammlung zu zwingen. Fraglich ist, ob diese Form der Marktregulierung auf europäischer Ebene dem Ziel der EU-Kommission gerecht wird, dass EU-Konzerne eine nachhaltige Unternehmensstrategie implementieren. Patrick Velte ist Professor für Accounting & Auditing an der Leuphana.

Vergangene Veranstaltungen aus dem Sommersemester 2018

26.06.2018 CHRISTA CREMER-RENZ
Garantiertes Grundeinkommen – ein Weg zur Bekämpfung der Armut in Deutschland?

Die jährlich erscheinenden Armutsberichte der Bundesregierung zeigen seit Jahren eine soziale Schieflage des gesellschaftlichen Systems. Kinderarmut, Altersarmut, nicht existenzsicherndes Grundeinkommen, lassen den Eindruck entstehen, dass der Sozialstaat in seinen Grundfesten erodiert ist. Die Hartz IV- Gesetze haben den Trend der Armutsentstehung nicht behoben, sondern die Gesellschaft gespalten und das Vertrauen in die bindenden Kräfte des Sozialstaates ausgehöhlt. Die Suche nach Lösungen in Politik und Gesellschaft zeigt sich gegenwärtig in der kontroversen Debatte um das solidarische Bürgergeld. Christa Cremer- Renz ist Professorin em. für Sozialarbeit/ Sozialpädagogik an der Leuphana.

19.06.2018 RALF SCHOTTKE
Budgetüberschreitungen bei Großprojekten – Lösungsansätze aus der Betriebslehre und dem Baurecht

Die erheblichen Budgetüberschreitungen bei Großprojekten (Elbphilharmonie, Flughafen Schönefeld, Stuttgart 21 usw.) in der BRD sind ein Bereich, der zwangsläufig im Interessenbereich des Bürgers steht, weil es um die Verwendung von Steuergeldern geht. Das Forschungsgebiet befasst sich mit den theoretischen und praktischen Möglichkeiten, in diesem Bereich strukturelle Verbesserungen einzuführen. Die bereits entwickelten Lösungsansätze werden bereits seit 15 Jahren auf ca. 25 Milliarden € im deutschsprachigen Bereich erfolgreich angewendet. Ralf Schottke ist Professor für Baubetriebswirtschaft und Baurecht an der Leuphana.

12.06.2018 ANNA SUNDERMANN UND PASCAL FRANK
Meditieren für den Planeten: Wissenschaftliche Effekte eines Achtsamkeitstrainings für den Nachhaltigen Konsum

Das aktuelle Konsumniveau der industrialisierten Länder ist geprägt vom Überkonsum und damit einhergehenden Umweltschäden und sozialen Folgeproblemen. Im Alltag scheitert jedoch die Umsetzung der positiven Einstellungen zur Nachhaltigkeit im tatsächlichen Handeln. Um die Lücke zwischen Verhalten und Handeln zu schließen, so zeigen die Ergebnisse des BiNKA-Projektes, konnten dafür entwickelte Achtsamkeitstrainings einen positiven Effekt aufweisen. Diese Ergebnisse sind für Schulen, Hochschulen und am Arbeitsplatz hoch relevant. A. Sundermann und P. Frank sind wissenschaftliche Mitarbeitende im Projekt „Bildung für Nachhaltigen Konsum und Achtsamkeit“ an der Leuphana.

05.06.2018 JOCHEN WEIHE
Kreativität funktioniert wie? – Ein Erklärungsversuch mit dem Hirnwellenmodell

Moderne Gesellschaften erleben eine Ökonomie der Vielfalt und des Einfallsreichtums. Wirtschaft wird nicht mehr wie zu Zeiten der Industriegesellschaft durch bloße Nachfrage getrieben, sondern durch Angebote, durch permanente Erneuerung und Innovation. Innovation wiederum beginnt mit kreativen Ideen. Aber wie funktioniert Kreativität eigentlich? Welche Faktoren beeinflussen das Entstehen und die Qualität von Ideen? Eine Erklärung liegt im Hirnwellenmodell, welches den konkreten Zugang zur eigenen Kreativität ermöglichen kann. Jochen Weihe ist em. Professor und Studiengangsleiter Innovationsmanagement an der Leuphana.

Alle vergangenen Universitätsgesellschaftlichen Dienstag können Sie gerne in unserem Archiv nachlesen.